«Die SRG hat begriffen, dass sie schlanker werden muss. Daher wäre es für den Bundesrat falsch, jetzt eine Halbierung zu forcieren.» Das sagt Medienminister Albert Rösti im Interview mit den Tamedia-Zeitungen. Er habe als Parlamentarier die Initiative unterschrieben, weil er der Meinung gewesen sei, dass sich bei der SRG etwas ändern müsse. «Das passiert jetzt.» Er hat als Medienminister die Gebühren gesenkt. «Es braucht eine noch klarere Abgrenzung zwischen dem Angebot der privaten und der öffentlich-rechtlichen Medien.» Er könne Kritik an der SRG nachvollziehen, wenn sie bei Sportrechten private Anbieter konkurrenziere. Die SRG werde sich stark verändern müssen.
Insgesamt muss die SRG ihre Kosten bis 2029 um 270 Millionen Franken pro Jahr reduzieren. «Das ist aus Sicht des Bundesrats viel. Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass die neue SRG-Direktorin Susanne Wille den Sparauftrag sehr ernst nimmt.» Er erwarte, dass «sich die SRG künftig noch stärker auf Information, Bildung und Kultur» konzentriere. «Bei Unterhaltungs- und Sportformaten kann einiges auch von den privaten Medien produziert werden.»
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Proteste der Bevölkerung wie nach der Streichung von «Gesichter & Geschichten» müsse die SRG aushalten. «Das Zeitbudget der Medienkonsumenten ist endlich. Von jeder SRG-Sendung, die abgebaut wird, können die privaten Medien potenziell profitieren.» Aber das Angebot der SRG in vier Sprachen und vier Kulturen sei «zweifelsohne wichtig für das Land». Auch die SRG müsse sich digital transformieren, um bestehen zu können. «Sie muss mit ihren Sendungen im Internet präsent sein.» Er spüre in der neuen Direktion unter SRG-Generaldirektorin Susanne Wille «eine konstruktive Dialogbereitschaft». Aber auch die Halbierungsinitiative habe Druck aufgesetzt.
Quelle: «Basler Zeitung» – Raphaela Birrer, Jacqueline Büchi Ich bin zum Glück nicht Chef der SRG – das ist jetzt Frau Wille.



