In den USA haben fünf grosse Verlage sowie der Autor Scott Turow eine neue Sammelklage gegen den Technologiekonzern Meta und dessen Gründer Mark Zuckerberg eingereicht. Darüber berichten die «New York Times» und der «Guardian». Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, Millionen von urheberrechtlich geschützten Büchern und Artikeln ohne Erlaubnis für das Training seiner Llama-Modelle genutzt zu haben. Meta soll die Inhalte über illegale Piraterie-Websites bezogen haben. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück und beruft sich auf das Prinzip des «Fair Use».
Die Klägergruppe besteht aus den Verlagen Elsevier, Cengage, Hachette, Macmillan und McGraw Hill sowie dem US-Schriftsteller Scott Turow. Sie behaupten in der beim Bundesgericht in Manhattan eingereichten Klage, dass Meta urheberrechtlich geschützte Werke massenhaft kopiert habe. Betroffen seien sowohl Lehrbücher und wissenschaftliche Artikel als auch Romane wie «The Fifth Season» von N.K. Jemisin oder «The Wild Robot» von Peter Brown.
Zuckerberg habe die Rechtsverletzungen laut der Klageschrift persönlich genehmigt und aktiv gefördert. Das Unternehmen habe bewusst Piraterieseiten gegenüber legalen Quellen bevorzugt, um Kosten für Lizenzen zu sparen. Dave Arnold, ein Sprecher von Meta, erklärte gegenüber der «New York Times»: «Künstliche Intelligenz treibt bahnbrechende Innovationen, Produktivität und Kreativität für Einzelpersonen und Unternehmen voran, und Gerichte haben zu Recht festgestellt, dass das Trainieren von KI mit urheberrechtlich geschütztem Material als faire Nutzung gelten kann.»
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Maria Pallante, Präsidentin der Association of American Publishers, wehrt sich dagegen: «Die massenhafte Urheberrechtsverletzung durch Meta ist kein öffentlicher Fortschritt.» KI werde niemals richtig realisiert, wenn Tech-Unternehmen Raubkopien über Wissenschaft und Fantasie stellten.
Meta beruft sich auf «Fair Use»
Ein Sprecher von Meta kündigte an, dass sich das Unternehmen aggressiv gegen die Klage wehren werde und beruft sich auf den «Fair Use». Diese «angemessene Verwendung» ist im Urheberrecht der Vereinigten Staaten vorgesehen. Sie erlaubt die genehmigungsfreie Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material unter bestimmten Bedingungen. Ein zentrales Kriterium dafür ist, ob das Material «transformativ» genutzt wird. Meta macht geltend, dass die Llama-Modelle die ursprünglichen Bücher und Artikel nicht einfach kopieren. Stattdessen extrahieren sie statistische Muster, um daraus etwas völlig Neues zu erschaffen.
Die Klage gegen Meta reiht sich in eine Serie juristischer Auseinandersetzungen zwischen Kreativen und Technologieunternehmen ein. Dutzende von Autoren, Medienhäusern und Künstlern haben bereits Klagen gegen Firmen wie Meta, OpenAI oder Anthropic eingereicht. Im Zentrum dieser Verfahren steht regelmässig die Frage, ob die Nutzung von geschützten Daten zur Erstellung neuer, transformativer Inhalte durch das Urheberrecht gedeckt ist. Die bisherigen Urteile von US-Gerichten zu diesem Thema fielen unterschiedlich aus.
Quellen
«Major publishers sue Meta for copyright infringement over AI training», The Guardian
«Five Publishers and Scott Turow Sue Meta and Mark Zuckerberg», The New York Times



