Mächtiger Konkurrent für die Medienhäuser: ChatGPT als Werbeplattform für Anzeigen. Bild: Edito/mz (Claude/ChatGPT)

Handwerk  Künstliche Intelligenz (KI)

Digitale Werbung | 18.05.2026

Jetzt konkurriert OpenAI die Medienhäuser auch im Werbemark

OpenAI verwandelt ChatGPT in eine eigenständige Werbeplattform. Der US-Konzern lanciert einen selbstverwalteten Anzeigenmanager und dehnt sein Werbeprogramm auf mehrere neue Länder aus. Das berichtet das Fachmagazin Marketing Dive. Für europäische Medienhäuser ist das eine direkte Bedrohung: Ein neuer, mächtiger Konkurrent tritt an, der Werbegelder anzieht, ohne journalistische Inhalte zu produzieren.

Mit dem neuen «ChatGPT Ads Manager» können Werbetreibende Budgets festlegen, Anzeigen hochladen, Kampagnen steuern und deren Leistung in einem eigenen Portal verfolgen. Bisher war das Werbeprogramm nur für ausgewählte Partner zugänglich. Jetzt öffnet OpenAI die Plattform schrittweise für alle Unternehmen. Das Werbeprogramm, das im Februar 2026 startete, wird zudem auf Grossbritannien, Mexiko, Japan, Brasilien und Südkorea ausgedehnt.

Neu eingeführt wird auch die Cost-per-Click-Abrechnung. Werbetreibende zahlen damit direkt für Nutzerhandlungen nach dem Anzeigenkontakt, etwa für Käufe oder Anmeldungen. Ergänzend lanciert OpenAI ein sogenanntes Conversions API sowie pixelbasierte Messtools. Damit lässt sich nachverfolgen, was Nutzerinnen und Nutzer nach dem Klick auf eine Anzeige tun. Für Werbetreibende sind das vertraute Instrumente aus dem Google- und Meta-Ökosystem.

OpenAI geht nicht allein vor

OpenAI arbeitet bereits mit grossen Mediaagenturen zusammen, darunter Dentsu, Omnicom, Publicis und WPP. Technologiepartner wie Adobe, Criteo und StackAdapt sind ebenfalls eingebunden. Erste Marken aus dem Einzelhandel haben das Programm bereits getestet. Die Infrastruktur für ein vollständiges Werbenetzwerk ist damit weitgehend vorhanden.

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Das Umsatzziel ist ambitioniert: OpenAI strebt laut Axios bis 2030 einen Werbeumsatz von 100 Milliarden Dollar an. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen bereits 2,5 Milliarden Dollar allein aus dem Anzeigengeschäft. Für Medienhäuser in Europa ist diese Entwicklung folgenreich. Werbetreibende, die bisher auf Nachrichtenplattformen gesetzt haben, um kaufbereite Zielgruppen zu erreichen, finden nun eine Alternative mit enormer Reichweite.

ChatGPT hat laut eMarketer-Prognosen kurzfristig zwar weniger Nutzer als Google Gemini, aber die Richtung ist klar: KI-Plattformen werden zu Werbeträgern. Sie tun dies, ohne die Inhalte zu finanzieren, auf deren Verbreitung Medienhäuser angewiesen sind.


Quelle
Marketing Dive – Jessica Hammers: «OpenAI solidifies ad platform ambitions with ChatGPT Ads Manager»

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