Die Schweiz übertrifft in Sachen KI-Nutzung Deutschland, Österreich und die USA. Bild: Edito/mz (Claude/ChatGPT)

Handwerk  Künstliche Intelligenz (KI)

Microsoft-Studie | 19.05.2026

Schweiz nutzt KI doppelt so stark wie die Welt im Durchschnitt

Fast 40 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz nutzen generative KI. Das zeigt der neue Global AI Diffusion Report von Microsoft. Weltweit liegt der Schnitt bei knapp 18 Prozent. Die Schweiz übertrifft damit in Sachen KI-Nutzung auch Deutschland, Österreich und die USA.

Microsoft misst die Verbreitung von KI anhand anonymisierter Nutzungsdaten, hauptsächlich von Windows-Geräten. Erfasst werden Besuche bei Diensten wie ChatGPT, Gemini, Claude, Copilot oder Perplexity. Laut Chief Data Scientist Juan Lavista Ferres, der den Bericht am 7. Mai 2026 veröffentlichte, ist kein einzelner Messwert perfekt. Die Rangliste zeige die Nutzung, nicht die Qualität der Nutzung und auch nicht den wirtschaftlichen Nutzen für ein Land.

Im ersten Quartal 2026 nutzten 37,8 Prozent der 15- bis 64-Jährigen in der Schweiz ein generatives KI-Produkt. Ende 2025 waren es noch 34,8 Prozent. Im weltweiten Vergleich belegt die Schweiz damit Rang 14. Nur 13 Länder nutzen generative KI stärker, allen voran die Vereinigten Arabischen Emirate mit 70,1 Prozent, Singapur mit 63,4 Prozent und Norwegen mit 48,6 Prozent. Die USA rangieren auf Platz 21, mit einer Quote von 31,3 Prozent.

Die digitale Kluft wächst weiter

Der globale Schnitt der KI-Nutzung liegt bei 17,8 Prozent. Im globalen Norden beträgt die KI-Nutzungsrate 27,5 Prozent, im globalen Süden nur 15,4 Prozent. Microsoft nennt als Gründe für den Rückstand Unterschiede bei Internetzugang, Stromversorgung und digitalen Fähigkeiten. Weltweit liegen inzwischen 26 Volkswirtschaften über der 30-Prozent-Marke.

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Bemerkenswert ist der Aufholeffekt in Asien. Laut Bericht habe verbesserte KI in asiatischen Sprachen die Nutzung in Südkorea, Thailand und Japan stark beschleunigt. KI wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus: Microsoft berichtet, dass die Zahl der Softwareentwickler in den USA 2025 auf rund 2,2 Millionen gestiegen ist, ein Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr KI führte bisher also zu mehr Beschäftigung in diesem Bereich.

Für Medienschaffende liefern die Zahlen einen handfesten Referenzpunkt. Die Schweiz gehört zu den aktivsten KI-Nutzerländern Europas. Das dürfte auch für Redaktionen und Medienhäuser gelten. Weiterbildungsangebote können sich auf ein Publikum stützen, das generative KI bereits kennt.


Quelle: «20 Minuten» – Michael Andai: «ChatGPT & Copilot: So stark nutzt die Schweiz generative KI»

Originalquelle: Juan Lavista Ferres (Microsoft): «The state of global AI diffusion in 2026». Microsoft On the Issues, 7. Mai 2026.

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