Im neuen Eingabefeld von Google können auch Bilder und Videos hochgeladen oder Anschlussfrage gestellt werden. Bild: Edito/mz (Claude/ChatGPT)

Handwerk  Künstliche Intelligenz (KI)

Google Search | 20.05.2026

Google verändert zum ersten Mal seit 25 Jahren das Suchfeld

Das bekannteste Eingabefeld des Internets bekommt sein erstes grundlegendes Redesign seit einem Vierteljahrhundert. Google hat das klassische Suchfeld abgelöst und durch ein KI-gestütztes Interface ersetzt, das längere Anfragen aufnimmt, Fotos und Videos verarbeitet und direkt mit einem Chatbot verbunden ist. Das hat die Firma am jährlichen Entwicklerkongress Google I/O bekanntgegeben. Da hat Google auch eine Reihe weiterer KI-Produkte vorgestellt. Kernstück des Updates ist das neue KI-Modell Gemini 3.5 Flash.

Seit dem Jahr 2001 hatte Google sein Suchfeld im Wesentlichen unverändert gelassen. Der Grund für den Umbau: KI erlaubt es den Nutzern heute, komplexe Fragen zu stellen statt bloss Stichworte einzugeben. Das neue Suchfeld ist grösser, expandiert dynamisch und lässt sich mit Text, Bildern, Dateien und Videos befüllen. Nutzer können ausserdem Folgefragen direkt auf der Suchergebnisseite stellen, ohne ein separates Chatfenster zu öffnen.

Google-Chef Sundar Pichai begründete den Schritt mit einem einfachen Befund: «Wenn die Menschen unsere KI-gestützten Angebote in der Suche nutzen, nutzen die Google Search häufiger.» Das neue Modell Gemini 3.5 Flash sei schneller und günstiger als vergleichbare Modelle und erlaube es Google, die Funktion breit auszurollen. Seit dem Start des KI-Modus vor einem Jahr hat Google nach eigenen Angaben monatlich über eine Milliarde Nutzer für die KI-gestützte Suche gewonnen. Die Suchanfragen hätten zuletzt ein Allzeithoch erreicht.

Mehr Automatisierung, mehr Werbeumsatz

Neben dem neuen Suchfeld führt Google autonome Agenten ein. Diese sogenannten Information Agents laufen im Hintergrund und überwachen das Web nach vordefinierten Kriterien. Wer eine Wohnung sucht, kann den Agenten beauftragen, neue Inserate zu überwachen und sofort zu benachrichtigen. Für Buchungen in den USA soll Google auf Wunsch auch direkt Unternehmen anrufen können. Diese Funktionen werden zunächst nur für zahlende Abonnenten verfügbar sein.

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Finanzanalyst Richard Kramer von Arete Research sieht in den Änderungen vor allem ein Instrument zur Steigerung der Werbeeinnahmen. Das offene Web sei bald am Ende, sagte er gegenüber der «New York Times». Mit KI werde Google immer mehr zum einzigen Ein- und Ausstiegspunkt des Internets. Googles Jahresgewinn hat sich seit 2022 auf 132 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Ad-Klicks stiegen letztes Jahr um 6 Prozent, der Preis pro Klick um 7 Prozent.

Die Ankündigungen erfolgten im Rahmen von Google I/O am 19. Mai 2026 in Mountain View, Kalifornien. Google plant, die neuen Suchfunktionen schrittweise in alle Länder auszurollen, in denen der KI-Modus verfügbar ist. Ob und wann der Umbau der Suche auch Medienhäuser und Verlage spürbar trifft, wird sich zeigen. Googles erklärtes Ziel ist, Nutzer noch stärker auf der eigenen Plattform zu halten.


Quellen

«Google Blog» – Elizabeth Reid: «A new era for AI Search» 

«The New York Times» – Tripp Mickle, Kate Conger, Brian X. Chen: «Google Changes Its Search Box for the First Time in 25 Years»

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