Die Intendantin des Berliner Journalismushauses Publix, Maria Exner, übt im Podcast «Läuft» von epd Medien und Grimme-Institut scharfe Kritik am KI-Einsatz in Redaktionen. Sie stellt die Grundsatzfrage, ob das, was Medienorganisationen mit KI erreichen wollen, «im Sinne der Gemeinwohlorientierung eigentlich ein lohnenswertes Ziel» sei. Exner beobachtet, dass der KI-Hype Redaktionen unter Druck setzt, Effizienzversprechen möglichst schnell einzulösen und «bestimmte Arbeitsprozesse billiger, effizienter, schneller zu machen». Das Publikum nehme das wahr: «Die Verlage setzen KI dazu ein, um billiger zu produzieren.» Die Bürgerinnen und Bürger glaubten deshalb nicht, dass KI die Nachrichten besser mache, sondern gingen «eigentlich davon aus, dass das Produkt, was bei ihnen ankommt, durch den Einsatz von KI eher schlechter wird».
Die frühere Chefredakteurin des «Zeit Magazins» plädiert stattdessen für gezielte Fördergelder, die es Redaktionen erlauben würden, KI-Anwendungen zu erproben, ohne redaktionelle Ressourcen abzuziehen. Und sie mahnt zur Ruhe: «Man sollte es mit der gebotenen Ruhe machen, sich genug Zeit nehmen, tatsächlich auch eine gute KI-Strategie zu entwickeln.»
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