Newsroom der Hauptredaktion in Zürich: Die betroffenen Mitarbeiter sind noch nicht informiert. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Mediennews

Stellenabbau | 05.10.2026

Tamedia baut erneut Stellen ab und entlässt über 40 Mitarbeitende

Der Zürcher Medienkonzern Tamedia baut erneut Stellen ab: 34 Vollzeitstellen sollen gestrichen und über 40 Mitarbeitende entlassen werden. Davon entfallen 28 Stellen (75 Prozent) auf Redaktionen der Deutschschweiz und 9 (25 Prozent) auf die Westschweiz. Dazu kommen 4 Mitarbeitende des Print-Desks. Das Unternehmen begründet den Schritt mit Veränderungen im Nutzermarkt und einem stark rückläufigen Werbemarkt.

Tamedia schreibt, der Verlag erneuere sich laufend, um seine «publizistische Stärke zu erhalten und die grösste private Redaktion der Schweiz in die Zukunft zu führen.» Qualitätsjournalismus sei weiterhin «der Kern unseres Angebots». Auf Basis digitalisierter Prozesse und innovativer Technologien ordne der Verlag die Arbeit neu: «Aufgaben werden gebündelt, Administration reduziert, Prozesse vereinfacht und automatisiert.»

Gewerkschaften kritisieren den Abbau

Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert die Entlassung von 41 Arbeitnehmenden scharf. Syndicom fordert einen Abbaustopp, eine echte Konsultation der Mitarbeitenden und ihrer Verbände sowie einen guten Sozialplan. «Tamedia muss diesen Entscheid überdenken», sagt Stephanie Vonarburg, Vizepräsidentin von Syndicom. «Nachdem das Deutschschweizer Personal seit Monaten in nichtssagenden Personalinfos hingehalten wurde, kommt nun Mitten in den Herbstferien dieser Abbauhammer.» Das Ganze wirke wie ein Umgehungsversuch der Vorschriften bei Massenentlassungen. «Wir verlangen einen Marschhalt und nach den Herbstferien die Eröffnung eines Konsultationsverfahrens, auch in der Deutschschweiz.»

Auch der Berufsverband Impressum lehnt den Abbau ab und mobilisiert vor Ort, um seine Mitglieder zu unterstützen. «Wo bleibt das unternehmerische Denken der Verleger? Massenentlassungen haben verheerende Signalwirkungen in der Öffentlichkeit. Warum fehlt den Medien offensichtlich eine wirtschaftliche Weitsicht mit einem kalkulierbaren Risiko? Wo bleiben ihre Innovationen für neue Geschäftsmodellen?», fragt sich Franca Siegfried, Vorstand Zürcher Presseverein und ehemalige Präsidentin Impressum.

Sozialplan mit begleitenden Massnahmen

Noch ist in den Redaktionen in Zürich, Bern und Basel sowie Lausanne und Genf nicht bekannt, welche Personen vom Stellenabbau betroffen sind. Laut Tamedia informiert der Verlag die Betroffenen bis Ende Oktober 2026, «vorbehältlich der Ergebnisse des Konsultationsverfahrens in der Westschweiz». Für die Betroffenen gelte ein Sozialplan mit Massnahmen wie beruflicher Weiterentwicklung oder Frühpensionierung.

Quelle: Tamedia – «Tamedia stellt Redaktionen neu auf und plant den Abbau von 34 Vollzeitstellen»
Link: https://www.tamedia.ch/news/tamedia-stellt-redaktionen-neu-auf-und-plant-den-abbau-von-34-vollzeitstellen

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