Binswanger betont gegenüber der «Süddeutsche», «sehr sauber gearbeitet» zu haben.

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Daniel Binswanger | 17.02.2026

«Damit haben wir eher nicht gerechnet.»

Im Dezember haben das Onlinemagazin «Republik» und das unabhängige Recherchekollektiv WAV gemeinsam eine Recherche über Palantir veröffentlicht: Das umstrittene US-Softwareunternehmen soll über sieben Jahre hinweg vergeblich versucht haben, mit Schweizer Bundesbehörden und der Armee zusammenzuarbeiten. Palantir entwickelt Software für zivile und militärische, geheim­dienstliche sowie polizeiliche Zwecke. Die Programme der Firma sind in der Lage, riesige, fragmentierte Datensätze aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen, um Muster zu erkennen und Entscheidungen zu treffen. Laut «Republik» und WAV hat das Bundesamt für Rüstung geprüft, die Software von Palantir für den militärischen Nachrichtendienst einzusetzen, sich aber dagegen entschieden. Armasuisse war das Risiko zu hoch, dass vertrauliche Daten der Schweizer Armee an die amerikanischen Geheimdienste gelangen könnten.

Nun klagt Palantir gegen die «Republik» auf Gegen­darstellung. Der Fall liegt beim Zürcher Handels­gericht. Damit habe die «Republik» «eher nicht gerechnet», erklärt Co-Chefredaktor Daniel Binswanger gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». Die «Republik» selbst schreibt, Palantir habe «einen ausführlichen Blogbeitrag» verfasst, in dem die «Republik» verschiedener Falsch­aussagen bezichtigt werde. «Es ist nach unserer Kenntnis das erste Mal überhaupt, dass sich Palantir zu einem Medienbeitrag so ausführlich äussert.» Die «Süddeutsche» kommentiert trocken: Palantir wolle in Europa expandieren, da «passt es nicht gut ins Bild, wenn ausgerechnet die Schweizer Armee eine Gefahr sieht, dass ihre Informationen nicht geheim bleiben.»

Quellen:
Blogpost Republik: Palantir klagt gegen die Republik
Artikel «Süddeutsche Zeitung»: Warum Palantir ein Schweizer Online-Medium verklagt

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