Wer auf Claude setzt, erhält laut dem Bericht Vorteile bei langen Recherche- und Redigierdokumenten. (Bild: Edito/mz/Claude/ChatGPT)

Handwerk  Künstliche Intelligenz (KI)

KI-Nutzungsforschung | 04.06.2026

ChatGPT verliert Boden, Claude und Gemini holen auf

Der Wettbewerb unter den grossen KI-Assistenten verschiebt sich spürbar. ChatGPT bleibt zwar das meistgenutzte Tool, hat aber binnen kurzer Zeit rund ein Viertel seines Marktanteils eingebüsst. Das zeigt eine Analyse des Produktivitätstracking-Anbieters DeskTime, der die Nutzungsdaten von rund 50’000 Mitarbeitenden ausgewertet hat. Gleichzeitig steigt die Gesamtnutzung von KI-Tools im Arbeitsalltag stark: Im Jahr 2026 verbringen Angestellte dreimal so viel Zeit damit wie noch im Vorjahr. Für Redaktionen und andere wissensintensive Betriebe stellt sich die Frage, welches Tool sie künftig einsetzen.

Laut der DeskTime-Auswertung ist ChatGPT trotz Verlusten noch immer das dominierende Modell im Büroalltag. Der Rückgang zeigt jedoch, dass Nutzerinnen und Nutzer bereit sind zu wechseln. Anthropics Claude und Googles Gemini profitieren davon am stärksten. Die Analyse hebt Claude besonders für lange Dokumente und komplexe Code-Aufgaben hervor. Für das laufende Jahr prognostiziert der Bericht, dass Claude weitere erhebliche Marktanteile gewinnen wird.

Claude gewinnt, Gemini wächst ebenfalls

Googles Gemini legt ebenfalls zu – dank seiner engen Integration in Google-Workspace-Produkte. Wer ohnehin in der Google-Umgebung arbeitet, greift zunehmend auf Gemini zurück, ohne ein separates Tool öffnen zu müssen. Claude hingegen positioniert sich stärker als eigenständige Alternative für anspruchsvolle Textaufgaben. Die Nutzerstruktur der beiden Herausforderer unterscheidet sich damit deutlich voneinander.

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Die Verschiebung der Marktanteile zeigt auch, dass der Markt reifer geworden ist. Zu Beginn des KI-Booms kannten viele nur ChatGPT. Inzwischen vergleichen Unternehmen und Einzelnutzerinnen gezielt Stärken und Schwächen der verschiedenen Modelle. Der Auswahlprozess wird professioneller.

Die Ergebnisse sind auch für Medienhäuser relevant, die ihre KI-Strategie gerade aufbauen oder überdenken. Wer auf Claude setzt, erhält laut dem Bericht Vorteile bei langen Recherche- und Redigierdokumenten. Wer stark in Google-Tools eingebunden ist, dürfte Gemini als natürlichen Einstieg nutzen. Welches Tool passt, hängt heute vom konkreten Anwendungsfall ab.


Quelle: Techzine.eu – Tobias Maan: «ChatGPT still dominates, but Gemini and Claude are gaining ground»

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