Franz Hohler warnt in der NZZ vor dem wachsenden Einfluss künstlicher Intelligenz auf Denken und Schreiben. Ausgangspunkt ist ein Experiment, das ihn «verblüfft, mehr noch, verstört» hat.
Hohlers Sohn bat ChatGPT, «einen kurzen Text im Stil von Franz Hohler» zu verfassen. Den erhaltenen Text las Hohler anschliessend an einer Veranstaltung der Uni Luzern gemeinsam mit einem eigenen Text vor – ohne das Publikum darüber aufzuklären, welcher Text von wem stammte. Das Ergebnis: «Etwa drei Viertel des Auditoriums schrieben den KI-Text mir zu. Mein eigener Text fiel bei der Mehrheit als Machwerk eines Literaturroboters durch.» Er vergleicht das Gefühl mit jenem von Schachweltmeister Kasparow, «als er zum ersten Mal eine Schachpartie gegen einen Computer verlor».
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Die KI bezeichnete Hohler als «grosses Weltgehirn mit Galaxien von Synapsen und Armeen von Botenstoffen», das «dauernd daran arbeitet, besser zu sein als wir». Dennoch sieht er eine klare Grenze: «Wir müssen darum kämpfen, unser eigenes Gehirn nicht aushebeln zu lassen und das tun, was das Weltgehirn niemals kann: lieben, seufzen, weinen, lachen.»
Quelle: NZZ – Franz Hohler: «Franz Hohler gegen die KI – wer gewinnt?»



