Franz Hohler ruft dazu auf, das zu tun, was nur wir Menschen können: lieben, seufzen, weinen, lachen. (KEYSTONE/Christian Beutler)

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Schriftsteller und Kabarettist Franz Hohler | 07.08.2026

«Wir müssen darum kämpfen, unser eigenes Gehirn nicht aushebeln zu lassen.»

Franz Hohler warnt in der NZZ vor dem wachsenden Einfluss künstlicher Intelligenz auf Denken und Schreiben. Ausgangspunkt ist ein Experiment, das ihn «verblüfft, mehr noch, verstört» hat.

Hohlers Sohn bat ChatGPT, «einen kurzen Text im Stil von Franz Hohler» zu verfassen. Den erhaltenen Text las Hohler anschliessend an einer Veranstaltung der Uni Luzern gemeinsam mit einem eigenen Text vor – ohne das Publikum darüber aufzuklären, welcher Text von wem stammte. Das Ergebnis: «Etwa drei Viertel des Auditoriums schrieben den KI-Text mir zu. Mein eigener Text fiel bei der Mehrheit als Machwerk eines Literaturroboters durch.» Er vergleicht das Gefühl mit jenem von Schachweltmeister Kasparow, «als er zum ersten Mal eine Schachpartie gegen einen Computer verlor».

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Die KI bezeichnete Hohler als «grosses Weltgehirn mit Galaxien von Synapsen und Armeen von Botenstoffen», das «dauernd daran arbeitet, besser zu sein als wir». Dennoch sieht er eine klare Grenze: «Wir müssen darum kämpfen, unser eigenes Gehirn nicht aushebeln zu lassen und das tun, was das Weltgehirn niemals kann: lieben, seufzen, weinen, lachen.»


Quelle: NZZ – Franz Hohler: «Franz Hohler gegen die KI – wer gewinnt?»

1 Kommentar

#1

Von Urs Heinz Aerni
25.08.2026
Die Pandorabüchse ist offen und jeder Regulierungsversuch kommt zu spät. Immer mehr Bücher werden KI-unterstützt geschrieben. Das bedeutet nicht das Ende von interessanten Sach- und Fachbüchern aber wohl das der Belletristik, der Poesie, des wohlformulierten Romans. Ein Kapitel für die Germanistik, die Literaturkritik und die Literaturvermittelung geht zu ende. Hier ein Kommentar dazu:
https://buchmarkt.de/2026/08/14/urs-heinz-aerni-ein-experiment-und-das-ende-der-kulturdisziplin-literaturkritik/

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