Adobe hat Acrobat in ein Produktionsstudio für Medienprofis verwandelt: Wer ein PDF öffnet, kann daraus per Knopfdruck einen Podcast, eine Präsentation, einen Blogpost oder einen Social-Media-Beitrag erzeugen. Laut Mitteilung von Adobe steckt dahinter ein sogenannter Productivity Agent, der Dokumente, Links und Notizen zusammenführt und daraus multimediale Inhalte generiert. Für Redaktionen und Kommunikationsabteilungen bedeutet das laut Adobe, dass Content-Transformation künftig direkt im Dokumenten-Workflow stattfinden kann.
Adobe bringt PDFs zum Sprechen. Der Adobe-Agent kann Zusammenfassungen, Audio-Übersichten, Bilder und Texte erzeugen. Als Basis nutzt er das vorhandene Dokumentenmaterial. Nutzerinnen und Nutzer können dabei Ton, Zielgruppe und Struktur vorgeben. Das Ergebnis landet in einem interaktiven Workspace, den Adobe «PDF Space» nennt. Darin können Dokumente, Links und Notizen gemeinsam bearbeitet und geteilt werden. Wer den Space teilt, kann ihm einen eigenen KI-Assistenten mitgeben, der Fragen der Empfänger beantwortet und auf Basis des vorhandenen Materials Auskunft gibt.
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Besonders auffällig ist die Podcast-Funktion. Aus einem Recherchedossier, einem langen Bericht oder einem Interview-Transkript lässt sich in wenigen Schritten eine Audio-Zusammenfassung erzeugen. Der Nutzer wählt zwischen zwei Formaten: einer kompakten Highlights-Version oder einem vertiefenden Deep Dive. Das Transkript lässt sich vor der Publikation bearbeiten. Adobe richtet sich damit explizit auch an Medienhäuser und Creator-Plattformen und konkurriert damit mit NotebookLM von Google.
Erste Medienhäuser nutzen neue Funktionen
VICE News, das mit seinem Reportage-Journalismus nach eigenen Angaben über 20 Millionen Follower erreicht, setzt PDF Spaces für die Berichterstattung vor Ort ein. Das Medienhaus erstellt damit interaktive Erlebnisse, in denen Originaldokumente, Recherchematerial und weiterführende Quellen direkt neben den publizierten Geschichten liegen. Lesende können einen eigenen KI-Assistenten befragen und tiefer in die Recherche einsteigen.
Auch die Journalistin Jessica Yellin, Gründerin der Newsplattform «News Not Noise», und der Musiker Kid Cudi für seinen Podcast «Big Bro with Kid Cudi» nutzen die neuen Funktionen. Adobe positioniert den Productivity Agent als Ergänzung zu seinem Creative Agent, der seit April 2026 verfügbar ist. Die beiden Agenten sollen zusammen den gesamten Workflow von der Recherche bis zur Publikation abdecken.
Der neue Productivity Agent ist ab sofort in Acrobat Express und Acrobat Studio verfügbar. Acrobat verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich mehr als 400 Milliarden PDF-Öffnungen. Für Redaktionen, die KI in den Produktionsprozess integrieren wollen, markiert Adobe damit einen weiteren Schritt weg vom statischen Dokument hin zum dynamischen und mehrfach verwertbaren Content-Objekt. Die Qualität der generierten Podcasts und Texte hängt massgeblich von der Struktur und Qualität des Ausgangsmaterials ab.
Quelle
Adobe Pressemitteilung: «Adobe’s New Productivity Agent Redefines How People Understand, Create and Share Information»



