Immer mehr Wählerinnen und Wähler wenden sich bei Fragen zu politischen Wahlen zuerst an KI-Chatbots statt an klassische Nachrichtenquellen. In den USA haben Forschende am Brennan Center for Justice und am MIT untersucht, welche Wirkung das hat. Dabei stossen sie auf ein Muster: Die Antworten der Systeme variieren je nach Nutzer. Das zeigt eine Analyse der «New York Times» über Falschinformation vor den Midterm Elections.
Der Befund: KI ist zur zentralen Anlaufstelle für politische Informationen geworden. Die Studien zeigen nun aber, dass Chatbots nicht allen Nutzern dieselben Antworten zu denselben Wahlthemen geben. Damit stellt sich die Frage, ob KI-Systeme das Informationsumfeld bei Wahlen unbemerkt verzerren.
Uneinheitliche Antworten werfen Fragen auf
Die Variabilität der Antworten steht im Zentrum der Untersuchungen. Wer dieselbe Frage zur Wahl stellt, kann unterschiedliche Antworten erhalten. Für den demokratischen Diskurs ist das relevant: Bürgerinnen und Bürger, die glauben, aus derselben Quelle zu schöpfen, erhalten möglicherweise unterschiedliche Grundlagen für ihre Wahlentscheidung. Die Forschenden machen diese Inkonsistenz zum Gegenstand ihrer Analyse.
Die Debatte um KI und Wahlinformation ist Teil der breiteren Diskussion über automatisierte Systeme im Informationsraum. Während Desinformation bislang vor allem mit menschlichen Akteuren oder gezielten Kampagnen verbunden wurde, rückt nun die strukturelle Wirkung von KI in den Blick. Weil KI-Modelle weltweit ähnlich funktionieren, sind vergleichbare Effekte auch in der Schweiz zu erwarten.
Quelle: The New York Times: «AI Chatbots and Election Misinformation»
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