Margrit Sprecher hat über 1’000 Reportagen verfasst, für Titel wie «Die Zeit», die NZZ oder «Das Magazin». Noch heute arbeitet sie als freie Journalistin. An ihrem 90. Geburtstag erklärte sie im Interview mit «10vor10» auf SRF, was sie auch mit 90 Jahren noch antreibt. Das Geheimnis ihrer Vitalität liege im Beruf: «Jede Reportage kann ein Lottogewinn sein – gewinne ich oder nicht? Ich glaube, genau das hält einen lebendig.» Den grössten Luxus sieht sie darin, sich für eine Arbeit jetzt so viel Zeit lassen zu können, «bis sie, plastisch beschrieben, wie ein reifer Apfel auf den Boden fällt». Ihr Alter beschäftigt sie dabei kaum: «Ich habe mich nie jung gefühlt und auch nie alt. Ich lebe immer mitten in der Sekunde.»
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Ihre Laufbahn begann bei der Frauenzeitschrift «Elle», später baute sie bei der «Weltwoche» das Ressort «Leben heute» auf. Als Gerichtsreporterin vermisste sie zunehmend die Hintergründe: «Man wusste oft gar nicht, warum ein Täter zum Täter wurde.» Seither richtet sie ihren Blick auf Menschen, die übersehen oder zum Schweigen gebracht werden. Den Anspruch, damit etwas zu bewirken, sieht sie kritisch: «Es ist ein zweischneidiges Schwert.»
Quelle: SRF «10vor10» vom 28.05.2026



