Noch nie wollten so wenige Menschen wissen, was in der Welt passiert. Soziale Medien und Videoplattformen verdrängen klassische Nachrichtenangebote als bevorzugte Informationsquellen. Das Vertrauen in Künstliche Intelligenz als Nachrichtenquelle bleibt dabei ausgesprochen gering. Eine neue Grossstudie des Reuters Institute liefert Zahlen aus 48 Ländern, darunter der Schweiz und Deutschland.
Knapp die Hälfte der Weltbevölkerung interessiert sich noch für Nachrichten – weniger als je zuvor. Die Studie basiert auf Befragungen von rund 100’000 Personen in 48 Ländern und ist damit die grösste regelmässige Studie zur Mediennutzung weltweit.
Für die Schweiz zeigt der Report, dass «20 Minuten» das meistgenutzte Nachrichtenportal ist: 46 Prozent der Befragten nutzen es wöchentlich. Nur gerade 19 Prozent bezahlen für Onlinemedien. 39 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer vermeiden jeglichen Nachrichtenkonsum. Das Vertrauen in KI-Chatbots als Nachrichtenquelle liegt in der Schweiz bei lediglich 16 Prozent.
Stabiles Vertrauen in der Schweiz
In der Schweiz vertrauen 42 Prozent der Befragten Nachrichten. Damit ist der Wert zwar etwas tiefer als vor einem Jahr, einige Marken haben aber auch zugelegt. Am meisten Vertrauen schenken die Schweizerinnen und Schweizer SRF und RTS. Dabei fällt auf, dass das Vertrauen der Westschweizer in die Nachrichten von RTS signifikant höher ist als das Vertrauen der Deutschschweizer in die Nachrichten von SRF.
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Der Digital News Report erscheint jährlich und gilt als Standardwerk der Mediennutzungsforschung. Die Ausgabe 2026 wurde am 16. Juni 2026 veröffentlicht. Medienhäuser, Redaktionen und Forscher stützen sich darauf, wenn sie strategische Entscheidungen treffen. Der Trend ist eindeutig: Weniger Nachrichteninteresse, mehr neue Plattformen – klassische Medien stehen vor einer strukturellen Zäsur.
QUELLE: Reuters Institute for the Study of Journalism: «Digital News Report 2026». Reuters Institute, 16. Juni 2026.



