Die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk hat bei einer Podiumsdiskussion in Polen öffentlich über ihren Umgang mit künstlicher Intelligenz gesprochen. «Der Spiegel» zitiert sie mit den Worten: «Ich bin immer wieder beeindruckt, wie KI meinen Horizont erweitert und mein kreatives Denken vertieft.» Die Aussage verbreitete sich rasch über soziale Medien und löste international eine Debatte aus.
Tokarczuk sah sich daraufhin zu einer Richtigstellung veranlasst. Gegenüber «Literary Hub» erklärte sie: «Ich nutze künstliche Intelligenz nach denselben Grundsätzen wie die meisten Menschen – ich behandle sie als Werkzeug, das eine schnellere Dokumentation und Überprüfung von Fakten ermöglicht.» Keiner ihrer Texte, einschliesslich ihres für Herbst 2026 angekündigten neuen Romans, sei mithilfe von KI geschrieben worden. «Seit mehreren Jahrzehnten schreibe ich allein», betonte Tokarczuk.
Der «Spiegel» ordnet die Debatte in einen breiteren Kontext ein: Die Frage nach dem Einsatz von KI in der Literatur berühre das Grundverständnis menschlicher Kreativität. Entscheidend sei letztlich die Transparenz – ein Skandal entstehe nur dort, wo KI-Nutzung nicht offengelegt werde.
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