Ellen Heinrichs, Gründerin des Bonn Institute, fordert, dass Journalist:innen häufiger Lösungsperspektiven in ihre Berichterstattung einbeziehen. Im «Krisenpodcast: Auch das noch?» der «Zeit» erklärt sie, warum das gängige Berichterstattungsmuster das Publikum in die Irre führt und was sich ändern sollte.
«Sprechen wir mehr über Lösungen!», lautet der Appell von Ellen Heinrichs. Menschen reagierten auf schlechte Nachrichten psychologisch fünfmal stärker als auf gute, sagt sie. Journalist:innen hätten von Berufs wegen ein verzerrtes Bild: «Die denken natürlich auch, die Welt ist permanent kurz vorm Untergang und es ist ihre Aufgabe, das den Leuten entsprechend weiterzutragen.» Dahinter stecke keine Böswilligkeit, betont sie: «Ganz wichtig, es ist nicht böswillig. Überhaupt nicht.» Die meisten Journalist:innen, die sie kenne, betrieben ihren Beruf, «weil sie was Gutes machen wollen».
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Das Kernproblem: Dieses Negativfokus-Denken wirkt auf das Publikum zurück: «Das Publikum da draussen bekommt einen total verfälschten Eindruck von der Wirklichkeit.» Dem lösungsorientierten Journalismus spricht sie einen echten Mehrwert zu: «Eine Lösungsperspektive, die ist viel wertvoller als eine blanke, positive Nachricht.» Konkret schlägt sie vor, dass Journalist:innen nach einem gründlichen Blick auf das Problem einen weiteren Schritt gehen und fragen: «Wer macht es denn schon besser? Hat jemand dieses Problem schon gelöst?» So entstehe laut Heinrichs «ein unglaublicher Mehrwert in der Berichterstattung» – und damit ein klarer Unterschied zum «ganzen Content da draussen».
Quelle: Die Zeit – «Lösungsorientierter Journalismus: Ellen Heinrichs im Krisenpodcast»



