Judith Wittwer, die Chefredakteurin der «Süddeutschen Zeitung», legt in einem Meinungsbeitrag auf SZ.de dar, wie ihre Redaktion künftig KI einsetzen will und wo sie bewusst Grenzen zieht.
Den redaktionellen Kern fasst Judith Wittwer in einem Selbstbild zusammen, das sie auch gegen KI-Einfluss verteidigt: «So heiter wie möglich – und so ernst wie nötig. Warm gegenüber Menschen – und kühl in der Analyse.» Diesen Ton will die SZ auf allen Kanälen bewahren. Deshalb gilt für Wittwer eine klare Grenze: «Die Maschine darf die Autorinnen und Autoren im kreativen Schreibprozess nicht ersetzen.» SZ-Autor:innen schreiben ihre Texte selbst. Bilder und Videos dürfen weder mit KI erstellt noch verändert werden.
Gleichzeitig bekennt sich Wittwer zum Nutzen der Technologie. KI-Tools sollen künftig vermehrt für Transkriptionen, Übersetzungen, Faktenprüfung und Redigatur genutzt werden. Das letzte Wort habe aber stets der Mensch. Judith Wittwer erinnert daran, dass die SZ schon bei den Panama Papers auf KI und Algorithmen angewiesen war: Ohne diese Technologien hätte die Redaktion die riesigen Datenmassen nicht bewältigt. «Wir nutzen die Möglichkeiten von KI entschlossen und optimistisch – und bewahren zugleich die Integrität unserer Autorentexte», schreibt Wittwer. Journalismus lebe von «Neugier, Originalität und Leidenschaft» – von Autor:innen, die «rausgehen, aufdecken, beschreiben und analysieren».
Quelle: SZ.de – Judith Wittwer: «Wie’s die SZ mit der KI hält»
Link: https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kolumne/leserbriefe-transparenzblog-wittwer-sz-und-ki-e408461/
Werbung



