Michael Meyer, Geschäftsführender Partner Mayoris

Mediennews

23.03.2026

«Als Schweizer Anbieter können wir auf Schweizer Eigenheiten eingehen.»

Verglichen mit grossen, amerikanischen Tech-Firmen sind Schweizer Unternehmen winzig. Wer glaubt, sie hätten deshalb keine Chance im Wettbewerb, macht einen Denkfehler: Das Internet mag global sein, auch im Netz zählen jedoch Kundennähe und Kenntnis der wichtigsten Dienstleister.

Als wichtigste Währung bei einem Newsletter-Tool gilt die Zustellbarkeit. Was meint das?

Es meint, dass wir als Provider die Nachrichten tatsächlich zustellen können. Als Software-Anbieter stehen wir zwischen ­unseren Kunden und den grossen Mail-Providern wie Gmail, Outlook oder GMX. Damit die Mailprovider wissen, mit wem sie es zu tun haben, gibt es die Certified ­Senders Alliance (CSA). Das ist quasi der «Diplomatenpass» für E-Mails. ­Ohne die Zertifizierung der CSA landen Mails schneller im Spamfilter, weil die Provider den Sender nicht als «vertrauenswürdigen Akteur» auf dem Schirm haben.

Die Rede ist oft auch von der Reputation eines Maildienstleisters. Wie kommt so ein Ruf zustande?

Viele Kunden glauben, sie kaufen eine Software und können sofort Millionen Mails rausschicken. Wer sofort «volle Kraft» sendet, wird von den Filtern der Internet Service Provider als Spammer markiert. Man muss sich das Vertrauen der ISP verdienen, das ist dann die Reputation. Dazu gehört zum Beispiel eine technische Adresspflege: Empfänger, die länger als 12 Monate nicht mehr reagiert haben, sollten nicht angeschrieben werden. Die «Bounce-Rate» muss tief sein, die Adressliste sollte also keine ungültigen Adressen enthalten. Dazu gehören auch möglichst wenig Spam-Beschwerden und eine hohe Interaktionsrate.

Sind die grossen US-Anbieter diesbezüglich nicht im Vorteil?

Nicht unbedingt. Als Schweizer Anbieter können wir auf Schweizer Eigen­heiten eingehen. In der Schweiz sind neben Google und Microsoft sicher Bluewin, Swisscom und Infomaniak die wichtigsten Mailprovider. Wenn man die Zustellbarkeit mit diesen Anbietern abspricht, ist man besser aufgestellt als mit einer US-Firma, die das kaum interessiert. Dazu kommt die Mehr­sprachigkeit in der Schweiz: Für viele US-Anbieter ist das pro Sprache ein News­letter. Bei uns ist es ein Template, das automatisch die richtige Sprache an den Nutzer ausspielt. Das vereinfacht die Prozesse in der Redaktion erheblich.


Längst mehr als nur ein Brief: Die Newsletter-Technik hat sich von der einfachen Massenmail zu komplexen Datenmaschinen entwickelt. lesen


 

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